Rosmarin

Kaum ein Küchenkraut ist so vielseitig, sagenumwoben und bekannt wie Rosmarin. Es heißt, Rosmarin sei durch die Römer nach Nordeuropa gekommen, und obwohl es heute in jedem hiesigen Kräutergarten gedeiht und fast überall anzustreffen ist, ruft sein Geruch, seiner Herkunft gemäß, immer noch Bilder und Eindrücke vom Süden, vom Mittelmeer und Sonne hervor.

In der Küche zaubert Rosmarin mit seinem harzig-aromatischen Geschmack eine ganz besondere Kräuternote an viele Gerichte. Am bekanntesten sind wohl die Rosmarinkartoffeln, die ihren Platz sowohl vom feinen Fünf-Sterne- Menü bis hin zum rustikalen Schmaus am Lagerfeuer finden. Aber auch zu Gebratenem, zu Tomatensaucen, Gemüsen, Schafskäse, Gegrilltem und sogar in Brot und Gebäck kommt er zum Einsatz.

Vom Rosmarin sind alle oberirdischen Teile zu verwenden: Nadeln, Blüten und Stängel. Am gebräuchlisten sind die getrockneten Nadeln, die man in der Regel zerkleinert als Rosmarin- Gewürz fertig kaufen kann. Rosmarin gewinnt übrigens durch das Trocknen an Aroma, daher sind die frischen Zweige milder in ihrer Anwendung als der getrocknete Rosmarin. Auch die Blüten und Stängel eignen sich zum Würzen. Die kräftigeren Stängel können als pfiffige Idee, nachdem Blüten und Nadeln entfernt wurden, als Grillspieße verwendet werden, was zum Beispieel gegrilltem Gemüse eine besondere Geschmacksfülle verleiht. Man kann aber auch zum Marinieren oder zum Kochen von z.B. Soßen den kompletten Stängel inklusive Nadeln in das Gericht geben. Vor dem Servieren entfernt man den Stängel und zurück bleibt das intensive Aroma des Rosmarins.

Wenn man nicht auf ein gutes gekauftes Rosmaringewürz zurückgreifen möchte, kann man Rosmarin hervorragend im eigenen Garten und sogar auf dem Balkon oder auf der Fensterbank anbauen. Er ist anspruchslos, gedeiht in fast jedem Boden und braucht nur von Zeit zu Zeit Wasser und ausreichend Sonne. Die Sorten, die man hierzulande kaufen kann, sind in der Regel winterhart, so dass man an einer Pflanze viele Jahre Freude haben kann. Befindet der Rosmarin seinen Standpunkt für günstig, kann er in wenigen Jahren zu einem ergiebigen, stattlichen Busch heranwachsen, an dem man sich fleißig bedienen kann. In den Sommermonaten pflückt man sich den Bedarf frisch vom Strauch. Im Spätsommer schneidet man seinen Wintervorrat an Zweigen ab, bündelt sie zu Sträußen und trocknet sie in der Sonne. So kann man sich auch in der kalten Jahreszeit quasi direkt vom Strauch bedienen. Wer es organisierter mag, der zerkleinert den getrockneten Rosmarin und bewahrt ihn in einem Gewürzglas auf, um bei Bedarf wie gewohnt während des Kochens ins Gewürzregal greifen zu können. Wichtig ist, dass vor dem Abfüllen ins Glas alles ganz durchgetrocknet ist, so dass es zu keiner Schimmelbildung kommt.

Neben den kulinarischen Möglichkeiten hat der Rosmarin auch etwas für die Gesundheit zu bieten. Die Bitter- und Gerbstoffe regen die Verdauungssäfte an und stärken die Leber. Außerdem schreibt man dem Rosmarin zu, den Kreislauf anzuregen oder das Gemüt zu beruhigen. Hierbei kommt es auf die Dosierung an: ein starker Rosmarin-Tee wirkt anregend, ein schwacher beruhigend. Zu dem wirkt er, vermutlich u.a. wegen seiner ätherischen Öle, antibakteriell. Im Mittelalter sprach man dem Rosmarin auch verjüngende Kräfte zu. Ob dies nun stimmt oder nicht - ein Bad mit Rosmarin ist allein schon wegen des Aromas erfrischend und entspannend. Dazu am besten ein bis zwei ganze Stängel in einen Teefilter (z.B. aus Papier) geben, mit kochendem Wasser aufbrühen und etwas ziehen lassen. Dann alles zusammen in die Badewanne geben und das Badewasser einlaufen lassen. Vor dem Bad den Papierfilter herausnehmen. So bleibt einem nach dem Bad das Heraussammeln und das Putzen der Wanne erspart.

Ob nun in der Wanne oder im Kochtopf - Rosmarin bereichert durch sein volles Temperament und seine warme Note!

Hier habe ich ein ausgefallenes Rosmarin-Rezept, das Sie garantiert noch nicht kennen:


Rosmarin-Eis

150 g Agavendicksaft
1 EL getrockneter Lavendel
1/2 EL getrockneter, zerkleinerter Rosmarin-Eis
400 g Sahne oder Pflanzensahne


Den Agavendicksaft in einen Topf geben und erhitzen. Die Kräuter zerkleinert dazu geben. Die Sahne unterrühren bis sich alles gut vermischt hat. Diese Masse in eine Eismaschine geben und nach Vorgaben der Maschine zubereiten. Voilá.

Guten Appetit!

Autor: Dagmar Bruns

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