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Green Lifestyle - in 5 Schritten langfristig grüner leben

Wer grün lebt, schont die Umwelt, die Gemeinschaft und auch ein wenig sich selbst – aber ist ein Green Lifestyle alltagstauglich?

Nachhaltigkeit, Green Lifestyle, gut leben – Schlagwörter, die uns allen bekannt vorkommen und die gerade auch ein wenig im Trend sind. Aber ein Trend macht den grundsätzlichen Gedanken dahinter nicht weniger gut. Denn ob wir es Green Lifestyle nennen oder einfach ein neues Verantwortungsgefühl: Grüner leben sollten wir. Aber wie klappt das im Alltag?

 

Green Lifestyle – was ist damit gemeint?

Green Lifestyle bedeutet im Kern, sich vor allem um die Umwelt, aber auch um die Menschen und Dinge, die einen umgeben, zu kümmern. Grün steht für ökologisches Bewusstsein und Nachhaltigkeit, aber auch für Fairness in Produktionsprozessen. Und Lifestyle ist das Wort für Lebensstil, eben für den eigenen Stil zu leben.

Dabei ist Grün die Farbe der Natur und der Natürlichkeit – und positiv besetzt, denn Grün heißt auch: losgehen! Etwas wagen. Wenn Sie grüner leben, bedeutet dies, dass Sie Ihre Umwelt auch in alltäglichen Situationen mitdenken – und dabei das Leben und Genießen nicht vergessen. Denn »grüner« leben heißt auch das: zu genießen – und wertzuschätzen, was wir haben.

Wie Ihnen dauerhaft diese Balance aus Umsicht und Genuss, aus Nachhaltigkeit und Freude an den Dingen gelingen kann, dazu haben wir uns ein paar Gedanken gemacht.

Schritt 1: Qualität lässt sich pflegen

Ich selbst erinnere mich an diesen Spruch meiner Großeltern noch gut: „Wenn du kein Geld hast, dann kaufe gut“. Klang erstmal paradox – einkaufen ohne Geld? Damals habe ich das auch einfach weggelächelt. Heute weiß ich, dass in Opas und Omas altem Spruch sehr viel Wahrheit steckt. Denn:

Gute Qualität hat die Lizenz zum Repariertwerden quasi eingebaut.

 

Hochwertige Stoffe verschleißen weniger beim Gebrauch, denn die Fasern nutzen sich nicht so schnell ab. So halten die Mäntel, Jacken oder Hosen an stark beanspruchten Stellen deutlich länger. Kommt es doch zu einem Loch oder dünnen Stellen, die zu reißen drohen, dann lohnt sich immer eine Reparatur – denn die Grundsubstanz ist von guter Qualität. Mittlerweile bieten auch viele Hersteller hochwertiger Produkte einen Reparaturservice für ihre Artikel an. Nachzufragen kostet nichts und lohnt sich vielleicht sogar. Green Lifestyle heißt also nicht, konventionelle Produkte durch Fair Fashion zu ersetzen. In einem ersten Schritt reicht es schon, darauf zu achten, behutsam mit seinem Eigentum umzugehen – und bei Neuanschaffungen ganz bewusst zu entscheiden.

Viele kleinere Probleme lassen sich bereits gut mit Do-it-yourself-Videos auf YouTube lösen. Aber auch der Schneider, der Schuster, die Oma, Freunde oder ein Reparatur-Café sind vielleicht die Lösung. Manchmal ist die in Silber gestickte Blüte über dem Loch im schwarzen Lieblingspulli erst das Tüpfelchen auf dem i des individuellen Kleiderschranks. 

Schritt 2:  Nachhaltig essen – aber worauf muss ich achten?

Die Zeiten, in denen das Einkaufen von Bio-Produkten etwas hippieskes hatte, sind längst vorbei. Auf ökologisch angebaute Produkte aus der Region legen wir heute viel wert: Frisch und regional ist nicht nur leckerer und gesünder, sondern auch besser für die Umwelt. Das vermeidet lange Lieferketten und unterstützt kleine Läden und Betriebe. Den Slogan Denke global, kaufe lokal sollten wir dabei aber mit Vernunft und nicht als Doktrin betrachten. So manches Lebensmittel aus der Region verursacht unter Umständen mehr CO2 als seine Alternative aus dem Ausland. Zumindest wenn es hier im Gewächshaus mit fossilen Brennstoffen aufgezogen wird und in südlichen Gefilden frei wachsen kann. Dann ist der LKW-Transport CO2-technisch betrachtet weniger schlimm, als der Energieverbrauch im großen Gewächshaus nebenan.

Außerdem kann die Produktion von Lebensmitteln in den Anbaugebieten viele Effekte haben, die erst auf dem zweiten Blick sichtbar werden.

Ein Beispiel: 

Gewürze aus biologischem Anbau, z.B. direkt auf Sri Lanka, haben weitreichende Auswirkungen: Die Gewürze wachsen unter natürlichen Bedingungen und benötigen keine Gewächshausatmosphäre – CO2, fossile Brennstoffe und Trinkwasser werden eingespart. Bauern können durch vertraglich vereinbarte Preise für gute Qualität endlich eine Zukunftsplanung machen und ihre Kinder können in die Schule gehen, anstatt bei der Feldarbeit zu helfen. In einer kleinen Dose Kurkuma aus Sri Lanka, die Sie aus Ihrem Regal nehmen, steckt dann so viel mehr drin.

Und auch geschmacklich überzeugen beispielsweise Gewürze erst dann so richtig, wenn sie möglichst unberührt und natürlich in ihrer Ursprungsregion wachsen dürfen.

Jedes einzelne Lebensmittel auf den Prüfstand zu stellen erscheint jetzt vielleicht mühsam. Aber es lohnt sich. Es gibt im Internet zum Beispiel Jahreszeitenkalender für die Saison von Obst und Gemüse – so wissen Sie sofort, welches Lebensmittel gerade frei und natürlich beim Bauern in der Region frisch geerntet wurde. Bei exotischen Produkten können Sie sich die Frage stellen, ob Sie sie wirklich brauchen. Vielleicht gibt es eine geschmackliche Alternative? Und falls nicht, dann kaufen Sie nachhaltig und unterstützen Sie die Produzenten am Herkunftsort. Denn auch das ist Green Lifestyle.

Es geht um gute Produkte, die Sie bewusst genießen können – ob dies nun die Baumwolle in Bio-Qualität oder die Eier vom Bauernhof nebenan sind. So unterstützen Sie nachhaltige Infrastrukturen. Das sichert nicht nur die Qualität der Produkte, sondern schützt auch die fruchtbaren Böden und Ressourcen der Erzeugerregionen und ermöglicht den Menschen ein angemessenes Einkommen.

 

Fragen, die wir uns beim Einkaufen stellen dürfen (und sollten)

  1. WOHER kommt das Produkt?
  2. WORAUS wurde dieses Produkt hergestellt?
  3. AUF WELCHE WEISE wurde das Produkt hergestellt?
  4. WER hat das Produkt hergestellt?
  5. WIE ist das Produkt hierher gelangt?

 

Schritt 3: Nachhaltig leben – heißt das verzichten? Nicht unbedingt. Sie sollten nur anders einkaufen

 

„It's okay to develop, produce and trade.
And there is nothing wrong in consuming.
There is just something wrong with the way we consume.
Another perspective on the battle against fast consumerism 
is a ‘LESS AND BETTER’ way of living.“

Joy, The Organic Company

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 „Es ist vollkommen in Ordnung, etwas zu entwickeln, zu produzieren und damit zu handeln.
Und es ist nichts Falsches am Konsumieren.
Es stimmt nur etwas nicht mit der Art und Weise, wie wir konsumieren.
Die Alternative im Kampf gegen den schnellen Konsum ist ein neuer Lebensstil:
„Von allem weniger, dafür aber besser.“

Joy, The Organic Company

 

Natürlich haben wir uns unser Leben bequem eingerichtet und die Hersteller nutzen dies gehörig aus: Überall sollen wir unterwegs Kaffee trinken – quasi im Laufen – und Alltägliches können wir anscheinend nicht mehr ohne Spezialequipment erledigen: Schauen wir nur mal kurz in unsere Putzmittelschränke – wie viele chemische Putzmittel haben wir für ganz besondere Anwendungsfälle? Es gibt zum Glück viele kleine Manufakturen,die es sich zur Aufgabe gemacht haben, diese „Single-Use-Nutzung“ in unserer bequemen Welt durch sinnvolle Artikel auszutauschen und die dabei auf nachhaltige, lokale oder CO2verringernde Effekte setzen:

Diese  Alternative ... … ersetzt folgendes Produkt
Bienenwachstücher Frischhaltefolie
Allzweckreiniger-Konzentrate viele Plastikflaschen für konventionelle Reinigungsmittel 
Hochwertige Kerzen  Alu-Teelichter 
Waschnüsse Synthetische Waschmittel
Food Bags Plastiktragetaschen aus dem Supermarkt 
Stoffservietten Einmal-Papierservietten 
Putztücher aus Bio-Baumwolle Mikrofasertücher und Einmal-Putztücher 
Nachfüllbare Glastrinkflaschen PET- und Einwegwasserflaschen
To-Go-Becher ohne BPA’s Single-Use Pappbecher

 

 

Nachhaltig LebenEin Nebeneffekt vom Retten der Welt ist wohl, dass wir unser eigenes Leben aufwerten. Plötzlich ist der Spaziergang im Wald wieder ein Erlebnis, schärft unsere Sinne, verschafft Ruhe im lauten Alltag und bringt uns zurück in unseren ursprünglichen Lebensraum.

Achtsam leben heißt auch:
Druck aus dem eigenen Leben nehmen.

Und viele neue Trends sollen uns dabei helfen. Am besten sind aber schon immer die Dinge gewesen, die ohne viel Klimbim oder Ausstattung ausgekommen sind. Diese Routinen lassen sich eben einfacher in den Alltag integrieren, als eine aufwändig geplante Freizeitbeschäftigung. Yoga erlebt seine Renaissance – und mit gutem Grund: wir brauchen nur eine Matte und ein Meditationskissen dafür.

Unter dem Hashtag #morningroutine zeigen Menschen, welche Rituale sie entwickeln, um voller Energie und ausgeglichen in den Tag zu starten. Vom Anrühren des Matcha-Tees über entspanntes Zeitunglesen bis zur Meditation am Morgen sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Der Fokus sollte auf Achtsamkeit und Genuss statt auf Leistungsdruck liegen. Der Morgen ist eine Zeit, die wir für uns selbst nutzen sollten – und wenn es für Sie die Tasse Kaffee oder der besondere Tee am Frühstückstisch ist.

 

Schritt 4: CO2 und Kleidung – wie funktioniert der Green Lifestyle in der Mode?

BIO Baumwolle

Über das schädliche Gas sprechen gerade alle – und aus allen Kanälen werden wir mit Informationen – sinnvoll oder nicht – versorgt. Über die CO2Reduktion beim Flugverzicht, Autoverzicht oder Fleischverzicht ist ausreichend berichtet worden und jeder sollte selbst entscheiden, wie weit er das eine oder andere lassen will und was zu seinem Lebensstil passt.

Einen Aspekt lassen die Medien und die Öffentlichkeit aber gerne außer Acht: Derzeit verursacht die Textilindustrie jährlich 1,2 Billionen Tonnen CO2 – und damit mehr als internationale Flüge und Kreuzfahrten zusammen. Die Modeindustrie als Teil der Textilbranche ist allein für fünf Prozent der globalen Emissionen zuständig.

In 50 Prozent aller weltweit genutzten Textilien ist Baumwolle verarbeitet. Der CO2Anteil für dieses Textil liegt bei 1,8t pro Tonne Baumwolle. Dieser Wert verringert sich allerdings um 62 Prozent, wenn man Baumwolle aus ökologischem Anbau nutzen würde. Laut einer Studie der Soil Association hat die Branche der Bio-Baumwolle im Jahr 2015 bereits 92,5 Million kg CO2 eingespart. 

Nach letzten Schätzungen von aboutorganiccotton.org liegt zurzeit der Anteil von Baumwolle aus biologischem Anbau bei nur 1 Prozent der weltweit genutzten Baumwolle – was für ein Einsparungspotenzial liegt da noch brach! Viele Hersteller schieben uns als Verbraucher den schwarzen Peter zu: Sollen wir doch „an der Kasse“ entscheiden welches Material produziert wird.

Na – dann sollten wir ihnen auch den Gefallen tun:

Immer, wenn es ein vergleichbares Produkt
aus Bio-Baumwolle gibt, haben wir es in der Hand, die Richtung zu bestimmen.
Durch Ihre Kaufentscheidungen kann der Green Lifestyle in die Mitte der Gesellschaft rücken.

Schritt 5: Durchblick gewinnen im Zertifizierungsdschungel der Nachhaltigkeit

Zertifikate und Gütesiegel schießen wie Pilze aus der Erde und versprechen das Blaue vom Himmel – damit auf dem Papier grün produziert werden kann. In Wirklichkeit bleiben die Bedingungen oft unverändert. Ein Blick hinter die Kulissen lohnt sich immer: Wer hat das Siegel, Label oder Zertifikat ins Leben gerufen? Denn danach richtet sich auch, wer für die Einhaltung der darin enthaltenen Standards sorgt und verantwortlich ist. Es ist ein wenig wie Vokabeln lernen, aber wenn Sie sich diese etablierten Umweltsiegel merken, treffen Sie immer eine gute Kaufentscheidung:

 

Der Green Lifestyle ist durchaus alltagstauglich und die Möglichkeiten grüner zu leben sind längst da – wir müssen sie nur kennen und nutzen. Vielleicht mögen Sie in Zukunft auch bewusster auf den einen oder anderen Aspekt achten.

Zum Schluss noch ein Sprichwort, dem ich vollkommen zustimmen kann: 

„Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten
viele kleine Schritte tun, dann werden sie 
das Gesicht der Welt verändern.“
Afrikanisches Sprichwort

Ihre Andrea Neumann-Claus